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Wir schaffen das .... nicht aus eigener Kraft


Nicht dass wir tüchtig sind von uns selber, uns etwas zuzurechnen als von uns selber;

sondern dass wir tüchtig sind, ist von Gott.

(2. Korinther 3,5)


 

Zuerst ging es um die Schulden von Griechenland, später um die Asylantenströme und dann um Corona.

„Wir schaffen das“,

wir sind ein starkes Land, haben eine gute Wirtschaftskraft. Und dann lese ich ausgerechnet von Paulus den Satz, wie er in der Neuen Genfer Übersetzung wiedergegeben wird:

Aus eigener Kraft sind wir dieser Aufgabe nicht gewachsen;
es gibt nichts, was wir uns als Verdienst anrechnen könnten.
Nein, unsere Befähigung verdanken wir Gott.

Das schreibt der Paulus, der der Heidenmissionar überhaupt war. Tausende von Kilometern hat er mehrmals zu Fuß oder mit dem Schiff zurückgelegt, um in Kleinasien und später in Europa von Jesus zu erzählen und Gemeinden zu gründen.

Ok, er war nicht so der brillanteste Redner, aber ein genialer Denker und Lehrer. Wie begrenzt wäre unser Wissen, wenn es seine Briefe nicht gäbe. Es wäre angemessen, ihm Denkmäler zu bauen, weil sein Vorbild, seine Hingabe, sein Einsatz so nachdenkenswert für unser Leben, unsere Nachfolge sind.

Als ich dieses Bibelwort las, setzte sich bei mir eine Art „Kopfkino“ in Gang. Immer wieder sah ich die Schlagzeile aus vielen Zeitungen vor mir: „Wir schaffen das!“

Viel mehr Briefe, als wir heute noch haben, hat er geschrieben und sein geballtes Wissen als Schriftgelehrter eingesetzt, um uns die Zusammenhänge von Altem und Neuem Testament zu erklären und deutlich zu machen.

Aber Paulus würde sich über kein Denkmal freuen. Alles, was er an grandioser Leistung und sehr oft auch an schwerem Erleiden aufgebracht hat, schrieb er sich nie selbst zu.

Sogar als er an die Philipper schrieb: „Ich vermag alles“, war das nur der einleitende Teil seines Satzes. Denn danach kam: „durch den, der mich mächtig macht!“  Auch im Rückblick auf - menschlich gesprochen - seine Erfolge, lautete seine persönliche Beurteilung:

Und was erwartet man von jemand, dem eine Aufgabe anvertraut ist?
Man erwartet, dass er sie zuverlässig ausführt.

Der Vertreter, dessen Chef ihm einen schnellen Dienstwagen zur Verfügung stellt, hat diesen nicht, weil er es kann, sondern damit er es kann! Er soll diese Möglichkeit nutzen, damit gute Geschäfte zu machen. So sieht Paulus seinen Dienst, seine Nachfolge: Mein Gott hat mir etwas anvertraut, und das setze ich ein, um mein Bestes für meinen Gott zu leisten.

Was oder wie viel dabei herauskommt, habe ich nicht in Hand, denn ich kann nur Gottes Wort ausrichten, aber nicht Menschen bekehren. Ich möchte nur treu und fleißig - oder wie Luther es übersetzte „tüchtig“ sein, damit sich Gottes Einsatz in meinem Leben auszahlt.

Auf der anderen Seite kann treue Nachfolge auch menschlich gesprochen wenig erfolgreich sein, wo man nichts in der Hand hat, das man vorweisen kann.

Auch dann zählt vor Gott nur die Frage: Habe ich meinen Job tüchtig und treu getan? Dann ist alles ok! Denn
aus eigener Kraft sind wir der Aufgabe, in die Gott uns gestellt hat, nicht gewachsen; es gibt nichts, was wir uns als Verdienst anrechnen könnten, weil wir unsere Befähigung allein Gott verdanken.

Paulus macht uns klar:
Alles, was wir schaffen, was uns gelingt, hat seinen Ursprung in dem, der uns dieses Können, dieses Knowhow gegeben hat. Und wenn dann etwas Gutes dabei herauskommt, darf ich mich riesig darüber freuen, soll aber nicht vergessen, dass es letztlich Gottes Verdienst ist, nicht meiner.

-> Text als Audio / mp3

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